Theodolinden-Gymnasium

Städtisches

Unser Besuch in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim am 16.12.2016

Im Rahmen des W-Seminars „Kriminalität und Strafrecht“ durften wir eine exklusive und äußerst interessante Führung durch die JVA Stadelheim genießen.

 

Wir betreten das Gebäude durch den Haupteingang und tauschen unsere Personalien gegen Besucherausweise (die wir auf keinen Fall verlieren sollten!) aus. Dann geht es ohne weitere Kontrollen ab ins Innere. Die Führung übernehmen eine engagierte Vollzugsbeamtin und ihr pensionierter Kollege. Obwohl bereits 1894 errichtet, prägen vor allem Gebäude aus den 80er Jahren das Gelände. Es geht durch kalte Flure mit Neonröhren und kleinen Fenstern.

 

Unser erster Halt ist im Konferenzraum, wo wir in einem ausführlichen Vortrag mehr über die JVA erfahren. Sie ist mit ca. 1300 Häftlingen eines der größten Gefängnisse in Deutschland und umfasst ein Frauen-, Männer- und Jugendgefängnis, sowie ein Gebäude in Neuhausen, das dem offenen Vollzug dient. In der JVA München sitzen zu etwa zwei Dritteln Untersuchungshäftlinge, ein prominentes Beispiel dafür ist die im NSU-Prozess angeklagte Beate Zschäpe. Im Anschluss beantwortet die Justiziarin der JVA die zahlreichen Fragen der Kursteilnehmer.
Überraschend für die „Prison Break“-Fans unter uns war vor allem, dass es in der JVA erstaunlich friedlich zugeht. Die Wärter pflegen ein gutes Verhältnis zu den Gefangenen und tragen im Gefängnis keine Waffen.

Auf dem Weg durch die Flure treffen wir Jugendgefangene, die sich mit Pfiffen und Winken sehr erfreut über unseren Besuch zeigen. Weiter geht es zu einer unbesetzten Häftlingszelle. Mit ca. 8 m² und einer Toilette nur durch eine dünne Wand abgetrennt, ist es selbst für die zumeist alleine untergebrachten Häftlinge recht eng. Einige der Insassen haben sich ihre Zellen mit einem Fernseher ausgestattet oder Bilder aufgehängt.

Die Mahlzeiten nehmen die Gefangenen in den Zellen zu sich. Pünktlich um 12 Uhr gibt es Mittagessen. Geregelte Tagesabläufe sind wichtig, erklärt uns die Vollzugsbeamtin. Um sich etwas hinzu zu verdienen gehen einige Häftlinge in der internen Wäscherei oder Schreinerei einer Arbeit nach, der Mindestlohn wird aber bei weitem nicht erreicht. Auch das Nachholen von Schulabschlüssen und eine berufliche Weiterbildung während der Gefangenschaft ist möglich.

Unsere Führung geht weiter durch die verschiedenen Besucherräume. Diese werden in drei Kategorien eingeteilt:

- Durch Glaswände abgetrennte Räume inkl. Telefon, ganz wie sie in diversen    Hollywoodfilmen zu sehen sind;

- Besucherbereiche mit Tischen, auf denen ca. 30 cm hohe Trennwände stehen und

- eine „Cafeteria“ mit gemütlichen runden Tischen, allerdings noch immer durch zahlreiche Kameras überwacht.

Je nach Risikoeinschätzung und Benehmen des Häftlings darf er eine der drei Möglichkeiten wahrnehmen – allerdings sind im Monat nur zwei Stunden Besuch gestattet.

Noch einmal geht es durch mit Kacheln verkleidete Gänge und Sicherheitstüren, dann bekommen wir unsere Ausweise zurück und dürfen das Gefängnis verlassen. Hinaus geht es wieder an die Stadelheimer Straße, ein letzter Blick noch auf die weiße Gefängnismauer mit ihren Wachtürmen, dann werden wir – mit gemischten Gefühlen - ins Wochenende entlassen.

 

Veronika Reimoser, Simon Jensen, Ma Tung (Q11)

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