Theodolinden-Gymnasium

Städtisches

Senatus Populusque Romanus ("Senat und Volk von Rom")

 

Latein am TLG

 

1. Das Römische Reich und die lateinische Sprache

„753 – Rom schlüpft aus dem Ei.“ Mit diesem Merkvers lernen Schüler seit Generationen das sagenumwobene Gründungsdatum der Stadt Rom. Damit beginnt der Aufstieg des kleinen Hirtendorfes an den Ufern des Tibers zur unumschränkten Weltmacht der Antike. Die militärischen, technischen, politischen und zivilisatorischen Leistungen der Römer ließen aus einem kleinen Gemeinwesen ein imponierendes Großreich, das Imperium Romanum wachsen, das zu den mächtigsten und beständigsten der Menschheitsgeschichte gehört.

Faszinierende Persönlichkeiten wie ein Cäsar oder ein Augustus haben ihre Strahlkraft bis heute nicht verloren, die Römer ihre Spuren im gesamten Mittelmeerraum und darüber hinaus als sichtbare und hörbare Relikte hinterlassen.

Die lateinische Sprache, die lingua Latina, entwickelte sich aus einem in der Landschaft Latium gesprochenen Dialekt, war Amtssprache im Römischen Reich und wurde zur dominierenden Verkehrssprache im westlichen Mittelmeerraum.

Durch Vermischung der gesprochenen Umgangssprache, des sog. Vulgärlateins, mit den einheimischen Dialekten entstanden im frühen Mittelalter die romanischen Sprachen Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Italienisch und Rumänisch. Aber auch in nichtromanischen Sprachen wie Deutsch oder Englisch lebt Latein in unzähligen Lehn- und Fremdwörtern sowie Redewendungen weiter. Als tot lässt sich Latein höchstens deswegen bezeichnen, weil es keine Muttersprachler mehr besitzt.

Weil das klassische Latein des 1. Jhdt.v.Chr. z. B. eines Cicero bereits als mustergültig betrachtet wurde, unterlag es in der Folgezeit keinen größeren Veränderungen im Formenbestand und Satzbau, lediglich im Vokabular. Bis ins 19. Jhdt. blieb Latein die führende Sprache der Literatur, Wissenschaft, Politik und Kirche. Wegen seiner enormen Bedeutung für die sprachliche und kulturelle Entwicklung Europas wird die lateinische Sprache noch oder gerade heute an Schulen und Universitäten gelehrt und teilweise deren Kenntnis als Voraussetzung gefordert.

2. Warum Latein? (Cui bono?)

  • Latein verbessert sprachliche Fähigkeiten
    Dies betrifft sowohl das Leseverständnis, Ausdrucksvermögen und die Textkompetenz in der deutschen Muttersprache als auch die Auseinandersetzung mit Fremdsprachen, insbesondere den romanischen. Deren Grammatik und Vokabular basieren im deutlichen Ausmaß auf der lateinischen Sprache.
    Zahlreiche Fremd- und Lehnwörter im Deutschen können über das Lateinische erschlossen werden.
  • Latein ist die Basissprache der Wissenschaften
    Lateinisches Vokabular erhöht das Verständnis für Fachbegriffe in Bereichen wie Technik, Medizin oder Rechtswissenschaften.
  • Latein bringt Kultur und kulturelle Zusammenhänge näher
    Im Lehrplan ist im einleitenden Kapitel zu Profil und Anspruch des bayerischen Gymnasiums zu lesen: „Durch die Begegnung mit der europäischen Kultur, die in der griechisch-römischen Antike (…) ihre Wurzeln hat, (…) entwickeln die Schüler ebenso wie durch die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen Maßstäbe, mit deren Hilfe sie ihr Leben selbstbewusst und urteilssicher meistern können.“
  • Latein entwickelt Kompetenzen
    Die Auseinandersetzung mit lateinischen Texten erfordert logisches, analytisches Denken, konzentriertes, ausdauerndes Arbeiten und tiefes Durchdringen von Struktur und Inhalt. Diese Eigenschaften sind die Grundlage einer allgemeinen Studierfähigkeit, die das Gymnasium vermitteln soll im Hinblick auf die Bewältigung von Anforderungen in Beruf und Alltag.
  • Latein bildet
    Im Lateinunterricht wird umfangreiches Wissen zu Sprache und Kultur vermittelt und auf antike und moderne Fragestellungen wie z. B. des Staatswesens, der Sklaverei oder des Imperialismus angewendet. Damit wird dem gymnasialen Ziel einer umfassenden Allgemeinbildung Rechnung getragen.
  • Latein macht Spaß
    SchülerInnen zeigen großes Interesse an antikem Alltagsleben, großen Gestalten und Geschehnissen der römischen Sagenwelt und Geschichte. Praktischer Lateinunterricht, Projekte, Museumsbesuche, Filme und Recherchen veranschaulichen eine faszinierende Epoche der Weltgeschichte.
  • Latein ist weniger Kommunikation als Inhalt
    Lateinische Wörter werden weitgehend gesprochen wie geschrieben und bringen damit keine Ausspracheprobleme mit sich. Dies kommt SchülerInnen entgegen, die ihre Fähigkeiten nicht so sehr in der Kommunikation als in der sprachlichen Analyse und deren Grundlage für inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Text sehen.
  • Latein in den Medien
  • An der Akademie der Wissenschaften und Künste in NRW wurden kürzlich die Ergebnisse einer Studie präsentiert. Geprüft wurde das deutsche Textverständnis von mehr als 3000 Studenten verschiedener Fakultäten.
    Studenten mit Latinum schnitten deutlich besser ab.
    Johann Osel, In der Bedeutung geblieben, SZ Nr. 294 vom 22. 12. 2014, S. 13.
  • "Ich beobachte oft, dass Menschen, die Latein können, zugleich eine ausgeprägte Fähigkeit zu analytischem Denken und logischer Argumentation haben.
    Bei meinen Töchtern scheint mir, dass sie das Gefühl für die deutsche Sprache erst dadurch bekommen haben, dass sie sich an der lateinischen abarbeiten mussten. Dabei entwickelt sich ein Sinn für Grammatik, für bestimmte Strukturen von Sprache, von dem auch der Deutschunterricht profitiert.
    Latein fördert auch andere wichtige Fähigkeiten. Studenten, die in der Schule gut in Latein waren, bringen zum Beispiel ihr Studium eher zu Ende als diejenigen, die das eben nicht waren. Ich unterstelle, dass Latein eine gewisse Disziplin beim Lernen fördert.
    Schüler sollten Latein lernen, weil sie mit Latein noch andere Fächer kostenlos mitgeliefert bekommen – etwa Geschichte, Philosophie und Ethik."
    Günther Jauch, Spiegel 14/2006.
  • “Im Gymnasium werden die Fremdsprachenkenntnisse der Grundschule mit der schriftlichen, strukturellen, grammatischen Vorgehensweise des traditionellen Sprachunterrichts vertieft und fortgesetzt. Genau in dieser Phase gibt es keine idealere Ergänzung als Latein, das nur über genaue Konstruktion, strukturelles Erfassen von Satzkonstruktionen und schrittweises Erfassen gelernt werden kann. Insofern hat die Forderung nach Latein als erster gymnasialer Fremdsprache im Verbund mit einer modernen Sprache durch die Pisa-Studie die neue Aktualität erhalten. Denn die alten Sprachen üben genau das, was die deutschen Schüler offenbar zu wenig beherrschen: das mikroskopisch genaue Lesen und präzise Verstehen eines Textes. ... Sextaner werden heute auch mit lebendigem Latein des römischen Alltags vertraut gemacht und verlieren sich nicht in ermüdenden Schlachtschilderungen des gallischen Krieges.”
    H. Schmoll. Frankfurter Allgemeine, 5.01.2002. S. 1.
  • “Ich meine: gerade weil unsere Gegenwart und unsere Zukunft von Computertechnik, von Mathematik und Naturwissenschaften beherrscht werden, gerade deshalb kann diese Gesellschaft auf die Alten Sprachen und das damit verbundene Erbe der Antike nicht verzichten... Es geht mir um den Altsprachlichen Unterricht als Schlüssel für die kulturellen und geistigen Traditionen Europas. Dieser Gedanke gewinnt in dieser Zeit an Bedeutung, in der wir verstärkt über den europäischen Einigungsprozess diskutieren... Die Antike ist unsere gemeinsame, heute noch lebendige Vergangenheit.”
    Dr. A. Schavan
  • „Selbst in der internationalen Politik bietet Latein den zukunftsweisenden Ausweg aus schwierigen Konflikten. Nehmen wir etwa Finnland, besonders fit in Latein: Als die gewitzten Finnen 1999 die EU-Ratspräsidentschaft hatten, lehnten sie Gerhard Schröders Forderung nach Übersetzungen ins Deutsche bei allen informellen Ministertreffen ab. Dafür bot das Land einen besonderen Service, nämlich regelmäßige Nachrichten in klassischem Latein auf den Internet-Seiten der finnischen Präsidentschaft - ein Coup, der für viel Gelächter sorgte.“
    http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/argumente-pro-latein-cui-bono-vielen-nuetzt-es-a-397150.html
  • Interview mit Professor Dr. Stroh (externe Seite, BR-Fernsehen)
  • http://www.sueddeutsche.de/bildung/pro-lateinunterricht-die-bedeutung-bleibt-1.2274649

3. Latein am TLG

Ca. 43 % aller Schüler an den bayerischen Gymnasien lernen die lateinische Sprache. Die Zahlen sind konstant bis leicht ansteigend.

Am TLG hat Latein seinen Platz als

  • zweite Fremdsprache in der Sprachlichen Ausbildungsrichtung (SG). Verpflichtende Sprachenfolge ist Englisch (5. Jgst.). Latein (6.) und Französisch (8.).

und (neu ab 2016/17 für die Jahrgangsstufe 6)

  • zweite Fremdsprache auch im Sozialwissenschaftlichen Zweig (WSG-S). Latein oder alternativ Französisch folgen Englisch (5.) in der 6.Jahrgangsstufe.

In der 10. Jgst. kann Latein zugunsten der spät beginnenden Fremdsprache Russisch abgelegt werden.

In der dreijährigen Spracherwerbsphase (6. – 8. Jgst.) werden die lateinische Grammatik und ein Basisvokabular von etwa 1500 Wörtern erlernt. Ferner erhalten die SchülerInnen einen Einblick in antikes Leben, die Welt der Sagen und Helden, die Entwicklung des römischen Staates sowie Themen wie Recht und Philosophie. Das dreibändige Werk Campus C dient dazu als Lehrbuch. Das noch recht junge und modern gestaltete Lehrwerk wurde im Schuljahr 2010/2011 am TLG eingeführt und hat sich seitdem bestens bewährt. Darüber hinaus bietet es umfangreiches Begleitmaterial wie Vokabelkarteien, Übungs- und Rätselhefte. (siehe dazu http://www.ccbuchner.de/reihe-1-1/campus_c-138/)

Auf den Erwerb der sprachlichen und kulturellen Grundlagen folgt die zweijährige Lektürephase (9./10. Jgst.). Sie setzt den Schwerpunkt auf die Lektüre lateinischer Originaltexte und deren inhaltliche und stilistische Interpretation. Gezielt werden sprachliche Phänomene wiederholt und der Basiswortschatz um autorenspezifisches Vokabular erweitert. Werke der Weltliteratur wie Cäsars Gallischer Krieg oder die Metamorphosen Ovids werden hier näher beleuchtet. Die Themen entnehmen Sie folgender Auflistung:

 

9. Jahrgangsstufe

Macht und Politik

Liebe, Laster, Leidenschaft

Rom und Europa

10. Jahrgangsstufe

Rede und Brief – Kommu-nikation in der Antike

Mythos – Verwandlung und Spiel

Denken – Schlüssel zur Welt

In der Oberstufe (11./12. Jgst.) kann Latein für zwei oder vier Halbjahre belegt werden. Eine Abiturprüfung ist in mündlicher oder schriftlicher Form möglich. Im Stile der Lektürephase werden weitere Autoren und literarische Gattungen vertieft behandelt:

11/1

11/2

12/1

12/2

Philosophie

Satire

Augusteisches Zeitalter

Staatsphilosophie

Alle Lateinschulaufgaben ab Jgst. 6 sind zweigeteilt, d.h. sie umfassen einen lateinischen Übersetzungstext und einen Aufgabenteil zu Sprache und Kultur. Die beiden Bereiche werden je nach Lernphase im Verhältnis 3:1 bzw. 2:1 gewichtet.
Ab Jgst. 10 ist bei Schulaufgaben und Klausuren der Einsatz eines lateinisch-deutschen Wörterbuches gestattet, das bei Prüfungen von der Schule gestellt werden kann.
Wird das Fach Latein in der Jgst. 9 mit der Note 4 oder besser abgeschlossen, so erwirbt man damit das sog. kleine Latinum (Nachweis gesicherter Lateinkenntnisse), in Jgst. 10 gilt mindestens Note 4 als Nachweis für das Latinum. Dies wird später im Abiturzeugnis ausgewiesen.

4. Aktivitäten

 

 

5. Die Fachschaft Latein am TLG

    Fächer  Sprechstunde, Raum
Hr. Halas L, D, Eth   Mo., 12.25-13.10 Uhr, R. 112
Fr. Knoll  L, F Di., 9.50-10.35 Uhr, R. 7
Hr. Schnell (Fachbetreuung) L, Sm Do., 9.50-10.35 Uhr, R. 6

Auch im Schuljahr 2015/2016 besteht für SchülerInnen die Möglichkeit, Fragen und Probleme im Fach Latein zusammen mit dem sog. Fachcoach zu lösen, wenn dies im Rahmen des Unterrichts nicht gelingen mag. Diese spezielle Fachsprechstunde steht allen Schülern offen. Sie findet in diesem Schuljahr bei Hr. Schnell montags von 13.15-14.00 Uhr oder nach Absprache an einem anderen passenden Termin statt.

http://www.km.bayern.de/allgemein/meldung/2142/fachinformationen-latein-und-griechisch.html

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