Theodolinden-Gymnasium

Städtisches

Gemeinsam gegen Rassismus in Zeiten von Covid-19 - eine Online Aktion

Aktuell nehmen vereinzelte Menschen mich und Menschen mit asiatischer Abstammung anders wahr als sonst: Sie sehen lediglich meine schwarzen Haare, meine mandelförmigen Augen und mein scheinbar bedrohliches Aussehen. Sie verbinden Covid-19 mit mir, oder spekulieren darüber, ob ich das Virus, da ich ja Asiatin bin, habe.

Sie stecken mich in eine gepresste Form: So sieht eine Chinesin aus. Und wahrscheinlich hat sie Corona. Ich bin weder Chinesin, noch bin ich jemals in China gewesen. Dieser Fakt sollte in Zeiten wie diesen, von Covid-19, völlig unerheblich sein und keine Rolle spielen. Jedoch formen Menschen in ihren Köpfen Stereotypen und Bilder von Asiaten, wie sie angeblich „typischerweise aussehen“.

Menschen mit asiatischer Abstammung sind in Zeiten von Covid-19 zu öffentlichen Zielscheiben geworden: Asiaten und Asiatinnen mit einer Atemschutzmaske. Ein Bild, dass aktuell häufig in den Medien verwendet wird. Außerdem berichten sie von Beleidigungen, Ausgrenzung und Gewalttaten.

 

Im folgenden möchte ich meine eigenen Erfahrungen teilen:

In der Schule machte jemand einen „Witz“: „Ihh, du hast Corona!“

Auch wenn es als „Spaß“ und „Witz“ getarnt war, empfand ich es als Rassismus.

In der Münchner U-Bahn sah eine ältere Frau mich intensiv an. Kurz daraufhin zog sie ihren Schal schützend vor ihren Mund und ihre Nase und ging schnell an mir vorbei.

Ich war mit meinem Bruder abends essen und auf dem Heimweg, in  Richtung U-Bahn, riefen uns zwei Jugendliche „Corona!“ laut hinterher.

In zwei von drei Fällen machte ich die Leute ausdrücklich darauf aufmerksam, dass sie sich rassistisch geäußert hatten und dies künftig unterbinden sollen.

Was nach diesen drei Begegnungen in mir blieb: Ein bitterer, fieser Nachgeschmack. Wenn ich in der Öffentlichkeit bin, fühle ich mich beobachtet und unwohl. In der Bahn habe ich das Gefühl, dass niemand bei mir sitzen will, auf Grund meiner asiatischen Abstammung. Ein stetiges Gefühl von Unwohlsein, Ausgrenzung und Wut begleitet mich.

Allerdings ist der Wunsch mich öffentlich dagegen auszusprechen größer als das und mein Tatendrang ebenfalls: Hiermit spreche ich mich öffentlich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aus. In Zeiten wie diesen, sollten sich Menschen informieren und bilden. Nicht alles den Mainstream-Medien glauben. Sich freundlich und solidarisch zeigen. Auf sich achten und zu Gunsten der Gesellschaft und vor allem den Risikogruppen: zu Hause bleiben!

Meine Erfahrungen sind nur einige von vielen. In Gesprächen mit asiatischen Familienmitgliedern und Freunden, sowie nach einem Blick in die Medien, kristallisierte sich heraus: Rassismus gegen Asiaten und Asiatinnen ist ein häufigeres Problem in Zeiten von Covid-19. Wir können das als demokratische Gesellschaft nicht zulassen. Wir müssen gemeinsam gegen Rassismus auftreten.

Es gibt Rassisten, hier in München und überall auf der Welt. Jedoch gibt es auch sehr viele aufmerksame und sensible Menschen, die sich dem Rassismus entschlossen in den Weg stellen. Viele Freunde haben sich bei mir erkundigt, wie es mir geht und wie ich aktuell mit der Situation umgehe. Obwohl meine Social Media Kampagne noch in Vorbereitung ist, sprachen mir viele Freunde Mut zu und ihre Unterstützung. Gemeinsam können wir stärker als der Rassismus sein und reelle Veränderungen in einer toleranten Gesellschaft anregen!

Ich habe eine Social Media Aktion gestartet, auf meinem Instagram Account könnt ihr sie gerne mitverfolgen: @claudia.enk

von Claudia Enk, Q12

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